Schon kurz nach Gründung der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsfreunde Lüneburg (AVL) wurde mit dem Bau einer Modellbahnanlage in der Baugröße HO im Zweileiter-Gleichstromsystem begonnen. Der Verein bekam von der damaligen Deutschen Bundesbahn (DB) Räumlichkeiten im ehemaligen Bahnbetriebswerk Lüneburg zur Verfügung gestellt. Heute befindet sich dort eine Parkpalette (Am Altenbrücker Ziegelhof). Nach der Kündigung durch die DB wurden die fertigen Teile der Anlage ausgelagert und in einem Schuppen aufbewahrt. Die Osthannoverschen Eisenbahnen (OHE) vermieteten einige Monate später ihre ehemalige Fahrkartenausgabe im Bahnhofsgebäude Lüneburg Süd der Strecke Lüneburg - Soltau (heute Videothek) an die AVL. Dort baute man die vorhandenen Teile wieder zu einer funktionsfähigen Anlage zusammen.

1990 gelang es der AVL, in Lüneburg eine ehemalige Pumpstation der Stadtentwässerung anzumieten (Auf der Hude 88). Nach einem Ausbau der Räume entstand zunächst die Nachbildung einer eingleisigen Nebenbahn, die im Wirkungsbereich der Osthannoverschen Eisenbahnen angesiedelt sein könnte. Um auch höherwertigen Verkehr nachbilden zu können, ist ein Kopfbahnhof im Bau. Hier treffen die Nebenbahn und eine eingleisige Hauptbahn zusammen. Die Hauptbahn wird über eine Gleiswendel in den Abstellbahnhof „GwW”, die „große weite Welt”, geführt.

Während der Kopfbahnhof „Bad Rehburg”, mit seinem Bahnbetriebswerk, dem Güterbahnhof und dem Ablaufberg von einem Gleisbildstellpult (Basis Roco MCS120) gesteuert wird, ist die Ausrüstung der Nebenbahn einfacher gestaltet. Der Bahnhof „Salzhausen” ist mit handgestellten Weichen ausgestattet. Die Bahnhöfe „Hützel” und „Endstation” der Strecke verfügen über Eigenbau-Stellpulte. Nur die Hauptbahn ist dem Vorbild entsprechend mit Signalen ausgestattet. Der Abstellbahnhof der Hauptbahn befindet sich noch in der Planung. Bisher wurden auf ca. 25 m² etwa 170 m Gleis, 83 Weichen und eine Drehscheibe eingebaut. Die heutige Anlage besteht aus Segmenten, die aber nicht als frei verwendbare Module eingesetzt werden können. Im Falle eines Umzuges können die Segmente wieder in gleicher oder ähnlicher Form verwendet werden.

Um beim Betrieb möglichst viele Mitglieder zu beschäftigen, muss jeder Bahnhof mit einem Fahrdienstleiter und/oder Lokführer besetzt sein. Die Zugmeldung erfolgt per Fernsprecher. Der Betrieb läuft nach Fahrplan. Bei Güterzügen werden Wagenlaufzettel mitgeführt, die Rangieraufgaben verlangen (und manchen Modellbahner schon zum Schwitzen brachten). Als Zeitraum wird die Epoche 3 angenommen. Allerdings kommen auch „Museumsfahrzeuge” und „Zukunftsmodelle” zur Verwendung, um den Einsatz epochenfremder Fahrzeuge zu begründen! Das rollende Material wird von den Mitgliedern beigestellt, der Verein verfügt nur über eine sehr geringe Anzahl von Fahrzeugen. Triebfahrzeuge und Wagen müssen für das Zweileiter-Gleichstrom-System geeignet sein und eine nach NEM 360 kompatible Bügelkupplung aufweisen. Nach zwei Einbrüchen bleiben keine Fahrzeuge mehr im Clubraum.

An den Treffen am Dienstagabend (19.30 - 21.30 Uhr) beteiligen sich meist um die 10 bis 15 Mitglieder. Jeder engagiert sich nach Interesse und Fähigkeit am Gespräch, Erfahrungsaustausch oder Anlagenbau. Fahrabende werden vorher vereinbart. Die Modellbahner beteiligen sich auch an den Fahrten des Heide-Express sowie an den erforderlichen Pflege- und Reparaturarbeiten der vereinseigenen Fahrzeuge, die als Heide-Express auf dem Streckennetz der OHE zum Einsatz kommen.

Von den Mitgliedern der AVL werden Exkursionen zu anderen Modellbahnvereinigungen, Eisenbahnmuseen und Museumseisenbahnen durchgeführt. Zweimal jährlich wird in Lüneburg eine Modellbahnbörse veranstaltet, die große Aufmerksamkeit erreicht und inzwischen zu einer festen Einrichtung geworden ist. Bleibt noch zu erwähnen, dass Gäste wie auch weitere „Mitarbeiter” stets willkommen sind.

Auskünfte erteilt Ralf Hugenberger, Telefon und Fax (0 41 31) 4 85 39.